Was dahinter steckt

Grundgedanke

Im Mittelpunkt von Waldgymnastik steht die Ausbildung des eigenen Körpers im natürlichen Umfeld.

Unsere klassische Ausbildung von Körper und Geist ist leider meistens sehr einseitig. Dabei lassen wir viel Potential, das wir haben auf der Strecke und konzentrieren uns nur auf einzelne Fähigkeiten. Dass uns etwas fehlt, spiegelt sich teils in Zivilisationskrankheiten, Depressionen, Stress oder anderem wieder.

"Die meisten psychischen Probleme entstehen oder halten sich durch mangelnde Bewegung ,...'"¹


Die Mischung machts

In erster Linie geht es bei Waldgymnastik um Bewegung, die für uns essentiell ist. Wir haben sehr viele Muskeln und wir sollten sie ausreichend trainieren. Abgesehen von Verspannungen und Schmerzen, die sich dabei einfach auflösen können, beeinflusst Bewegung auch unser Innerstes mehr als man annimmt.

Aber nicht nur in der Sportwissenschaft gibt es immer wieder neue Erkenntnisse dazu, auch die Auswirkungen eines Aufenthaltes in der Natur werden immer besser erforscht. Allesamt sind sie sehr förderlich, man könnte sogar sagen, sie sind von sehr hoher Bedeutung für unsere Gesundheit.


"Das fehlen von Naturkontakten scheint zu einem <Naturdefizitsyndrom> zu führen mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die seelisch-körperliche Gesundheit." ²


Ganzheitlich

Bei einer Einheit Waldgymnastik profitieren wir vom Training und der Natur, und arbeiten mit speziellen Techniken für einen größtmöglichen Effekt. Wir trainieren den Körper ganzheitlich und gehen auch auf Fähigkeiten ein, die dir vielleicht gar nicht bekannt sind, dabei werden alle Eigenschaften des Menschen angesprochen und geschult. Neben dem körperlichen Training, üben wir auch unsere Wahrnehmung und schauen in uns selbst. Der gesamte Körper wird damit in seinen natürlichen Bewegungsabläufen und Umfang trainiert.


"Der lebendige, sich bewegende Körper ist der tragende Grund unserer Persönlichkeit und damit auch ein Stück unserer emotionalen Innenwelt und unseres Selbstbewusstseins." ³


Biophilia-benefits

Der bloße Aufenthalt in der Natur mit ihren Einflüssen und Gerüchen reicht schon aus, um sehr viele positive Wirkungen in uns zu entfalten. Diese werden unter dem Begriff "Biophilia-benefits" zusammengefasst. Sie wirken mitunter auf unseren Stoffwechsel, Immunsystem und Psyche. In Japan gibt es daher das Shinrin-Yoku, oder "Waldbaden", bei dem diese Reize ganz gezielt genutzt werden um als Therapieform verschiedene Beschwerden zu lindern.

In jedem Training wenden wir hierfür spezielle Übungen an und sorgen dafür, dass du nach dem Training gänzlich entspannt und gelassen bist und die Biophilia-benefits ihre Wirkung bei dir entfalten können.


"Selbst Zimmerpflanzen verbessern die Heilung nach Operationen und verringern die Notwendigkeit von Schmerzmitteln" ⁴


Kraftvoller und balancierter Körper

Für einen gesunden und ausgewogenen Körper braucht es vor allem einen gut ausbalancierten Bewegungsapparat. Unser Training ist deswegen nur selten lokal isoliert, sondern bezieht fast immer ganze Muskelketten mit ein und ist dabei häufig koordinativ. Für stabile Gelenke muss ein Muskel kräftig sein und um es in allen Lagen stützen zu können, muss er auch in allen Lagen seine Kraft abrufen können. Um das zu erreichen nehmen wir uns Zeit für ein Beweglichkeitstraining das eng mit Kraft verknüpft ist.

Mindestens genauso wichtig ist auch ein leistungsfähiges Herz-Kreislauf-System. Dieses kommt leider meistens zu kurz und wird im Alltag nur wenig beansprucht. Dabei ist es für unsere Gesundheit unabdingbar, dass Herz und Atmung gut ausgebildet sind. Deswegen legen wir viel Wert auf Konditionstraining, um das Herz-Kreislauf-System zu fordern und zu fördern.

Der gesamte Körper wird damit in seinen natürlichen Bewegungsabläufen und -umfang trainiert.


"Für eine optimale Kraftentfaltung ist es wesentlich, dass der Muskel seine maximale, also optimale Länge erreichen kann. Nur dann kann er seine Kraft [...] in jeder Gelenkwinkelstellung entfalten." ⁵


Im eigenen Rhythmus

Über das gesamte Jahr verändern sich die Jahreszeiten und damit die Umwelteinflüsse die unsere Rhythmen bestimmen. Das sind zum Beispiel unsere Aktivitätszeit, Appetit, Hormone, u.v.m... 

Ein Beispiel für einen sehr bekannten Rhythmus ist die "innere Uhr". Vielleicht hast du ja schon mal davon gehört? Sie harmonisiert unseren Körper, damit alles reibungslos funktioniert und zusammen arbeitet.

Unser Training beachtet natürliche Rhythmen und ist darauf angepasst.


"Wie wir wissen, gibt es in jeder Zelle und jedem Organ molekulare Uhrwerke. Nur so wird gewährleistet, dass jede Zell- und Organ-Uhr im Einklang mit dem Gesamtorganismus und dem Tag-Nacht-Zyklus der Umwelt ist." ⁶


Ausprobieren

1: Ausschnit aus einem Interview von P. Ulrich Neumann; 2: vgl. Albert Kitzler : 2019; 3: Kurt/Reiner Mosetter : 2015; 4: Clemens G. Arvay : 2015; 5: vgl. Ingo Froböse : 2023; 6: vgl Hans-Christian Gunga : 2021;

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